Alper als Pfleger im Klinikum Hellersen 1/3

Mein Praktikum verläuft bisher eher weniger gut, da ich nicht damit gerechnet habe, dass es so ablaufen würde. Der Berufszweig Pfleger ist bzw. kann sehr anstrengend und des Öfteren auch unangenehm sein. Die Arbeit eines Pflegers richtet sich natürlich ganz allein den Patienten; man kümmert sich um sie. Wenn aber auch kein Notfall vorhanden ist, hat man dementsprechend auch manchmal nichts zu tun, was auf lange Zeit ziemlich langweilig wird. Man bereitet sogenannte Pflege- und Wäschewägen vor, die man dann bei der jeweiligen Art von Vorfall mitnimmt, um für den Patienten zu sorgen. Bisher habe ich bereits einige zum Teil auch ekelhafte Vorfälle miterleben müssen wie zum Beispiel, dass Ausscheidungen des Körpers wie Kot oder Urin nicht da landen, wo sie eigentlich sollten. Bei einem Fall musste ich im Nachhinein das kotbeschmierte Bettlaken wechseln. Außerdem sehe ich (leider) viele Genitalien und Brüste wie zum Beispiel beim Waschen des Patienten oder bei einer Intimrasur, welche als Vorbereitung zur bevorstehenden OP dient, welche ich aber zum Glück nicht selber machen musste.

Die Aufgaben eines Pflegers sind nicht gerade vielfältig: man befüllt diese Wägen, eilt zu (potentiellen) Notfällen von Patienten und achtet darauf, dass es überall sauber ist. Es gibt natürlich auch immer mal wieder schwierigere Patienten als andere. Eine Patientin mit Alzheimer ist zum Beispiel immer weggelaufen und hat manchmal auch Gegenstände geklaut und war nur schwer ruhig zu stellen. Ein anderer spielte den Pflegern öfters etwas vor, was negative Konsequenzen seitens der Pfleger auf sich zog.

Mir kommt es so vor, dass es einen deutlichen Überfluss an Personal gibt. Meiner Meinung nach sind dort zu viele Pfleger angestellt in Relation zu den entstehenden Vorfällen der Patienten. Wenn es keine Notfälle und somit zu erledigende Aufgaben gibt, dann hat man dementsprechend auch nichts zu tun.

Es gibt allerdings eine Routine im Alltag eines Pflegers. Zu Beginn der Arbeitszeit werden die Bedürfnisse aller Patienten untersucht und ihre Vitalzeichen wie Puls, Blutdruck und -zucker werden gemessen. Manchmal darf ich auch diese Aufgaben erledigen, das passiert allerdings eher seltener. Je nach Lage des Patienten werden diese (zum Teil) von den Pflegern gewaschen. Wenn ein Patient entlassen wird, wird dieses Zimmer dann auch noch von uns gereinigt. Gegen Mittag werden dann noch einmal Vitalzeichen gemessen und Medikamente verteilt.

Ich finde es dezent scheiße, wenn sich die Pfleger und Pflegerinnen negativ über die Patienten und deren Angehörigen äußern, da man diese stets respektvoll behandeln sollte. Natürlich gibt es schwierige Patienten bei denen es sich auch als schwieriger erweisen kann, dies zu tun, jedoch finde ich ist dies eine Sache der Professionalität, die hier in jedem Fall fehlt.

Allgemein muss ich auch sagen, dass es hier in der Einrichtung auf jeden Fall an Organisierung fehlt. Wir bekommen keine Spinde, in denen wir unsere Wertsachen, unseren Schmuck und unsere Kleidung hätten tun können. Stattdessen müssen wir sie selbst in unserem Rucksack mitschleppen. Schade!

Wie man hier vielleicht meinen Eindrücken her entnehmen kann, verläuft mein Praktikum nicht besonders gut! Ich sitze meist nur rum, da es nichts zu tun gibt, es ist nicht organisiert und es gibt größtenteils entweder nur langweilige Aufgaben wie Kaffee bringen und die Zimmer aufräumen oder ekelerregende Aufgaben, in denen man den Kot oder den Urin beseitigt.

Ich bin froh, nicht Pfleger werden zu wollen, aber finde es bemerkenswert, dass es tatsächlich einige gibt, die diesen Beruf souverän ausüben. Bisher hat mir dieses Praktikum nur gezeigt, dass ich definitiv nicht Pfleger werden will und dass es ziemlich anstrengend und unangenehm für die Pfleger werden kann.

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