Bist du das deutsche Mädchen?

Ein Satz, den ich nur zu oft zu hören bekommen habe in der letzten Woche.

Für mich ist es schon meine zweite Woche im diakonischen Praktikum.
Als ich am Flughafen ankam, dauerte es nicht lange bis ich unsere Bekannten gefunden haben. Sofort fühlte ich mich wieder einmal, als wäre ich nach langer Zeit einfach nach Hause gekommen.
Auf dem Weg nach Székeshferhévár wurde mich dann berichtet, was im letzen Jahr eigentlich so passiert ist.
Also eigentlich alles, was man sich eben so zu erzählen hat.
Der richtige erste Schultag war dann für mich der letzte Dienstag.
Ich wurde in die Schule gebracht und meine Freundin half mir, die Lehrerin zu suchen die für mich zuständig war. Es war erstmal ein Schock für mich, denn die Schule ist viel älter als unsere. Man muss teilweile durch einen Klassenraum gehen um in den anderen zu gelangen, weil es einfach zu viele Schüler auf dem Teleki Blanka Gymnasium gibt. Außerdem gibt es noch eine Verbundsschule, die etwa 5 Minuten zu Fuß entfernt ist.
Mir wurde ein Stundenplan ausgeteilt und sofort musste ich bei einer Deutschstunde aushelfen.
Als ich mit der Deutschlehrerin den Raum betrat, hört ich einige schon tuscheln. Immer wieder hörte ich das Wort “német”, von dem ich wusste, dass es “Deutsch” bedeutet.
Ich glaube in meiner ersten Woche habe ich viel zu oft erzählt, wer ich bin, woher ich komme und was ich eigentlich hier mache.
Die Kinder hören alle gespannt zu und ich hätte nicht erwartet, dass sie doch alles verstehen was ich sage, auch wenn ich seeeehr langsam sprechen muss ;). Ich bin gar nicht mehr so aufgeregt wie am Anfang des Tages.
Als plötzlich 5 Minuten vor Stundenschluss Musik erklingt, erschrecke ich mich aber dann doch plötzlich.
Die Kinder erklären mir, dass es 5 Minuten bevor die Stunde und die Pausen enden Musik gibt und eben nach Stundenschluss.
Hier dauern die Stunden nur 45 Minuten und nach jeder Stunde gibt es 15 Minuten Pause. Wäre doch auch ne schöne Sache am EGM 😉
Nach einer Woche, weiß ich mittleweile überhaupt nicht mehr in wie vielen Klassen ich war und welche Schüler ich alle kennen gelernt habe.
In einer Stunde für sozial benachteiligte Kinder bekam ich sogar einen Zettel während des Unterrichtes, ob wir nicht ein Foto machen könnten. Eine etwas eigenartige Situation.
Mittlerweile gehe ich durch die Schule und werde an allen Ecken und Enden angesprochen, meine Freundin wird auch oft gebeten mich zu suchen um mich vorzustellen.
Es ist schön zu sehen, mit wie viel Spaß und Ehrgeiz die Kinder versuchen mit mir Deutsch zu sprechen, egal ob sie erst 1 Jahr Deutsch haben, oder vielleicht schon bald eine Abiturprüfung in Deutsch ablegen. Mit Spielen und einigen anderen sehr intersannten Lernmethoden wird den Kindern hier die deutsche Sprache beigebracht. Ein bisschen wie im Lateinunterricht, so mit der Grammatik 😉
Ich hab alles in allem schon viel gesehen, viel erlebt aber vor allem Erfahrung im Umgang mit den sozial benachteiligten Kindern gemacht, die in einem Studentenwohnheim leben.
Wenn ich daran denke das die nächste Woche meine letze ist, bin ich schon etwas traurig.
Ich hab die Kinder auf eine Art und Weise lieb gewonnen..

Gespeichert von AnnaNik am 2. Juni 2015 – 19:15

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