Corona Logbuch – 2

Corona Wochen 3 – 5

Trotz Ostern waren die letzten Wochen eher unspektakulär. Sämtliche Aktivitäten und Gedanken fangen an sich doppelt und dreifach zu wiederholen und so langsam wird selbst das spannendste Buch langweilig. Man kann ja nicht fünf Wochen lang nur lesen. 
Ich möchte dieses Mal nicht über meine langweiligen Alltag berichten (da gibt es auch nicht viel zu berichten). Ich möchte eher ein paar Gedanken teilen, die mir in den letzten Wochen gekommen sind. Vor allem zu dem Begriff Social Distancing.

Social Distancing – Das Paradoxon einer Pandemie

Paradox. Das ist vieles Aktuell. Unis, die nicht für E-Learning ausgelegt sind wollen ein komplettes Semester online anbieten. Automobilhändler und Fahrradläden dürfen wieder öffnen, während sämtliche Mittelstandsbetriebe weiter um ihre Existenz bangen müssen. Das aller größte Paradoxon ist für mich allerdings die Tatsache, dass es erst einen globalen Notstand mit dem Ausruf des Social Distancing braucht, damit die Menschen wieder anfangen zusammen zu finden. Es braucht einen Sicherheitsabstand von 1,5 bis 2 Metern, damit es machbar wird sich in der Nachbarschaft zu unterstützen. Es braucht Homeoffice für Schüler und Arbeitende, damit sich Familien wieder kennen lernen. Es braucht ein Kontaktverbot, damit man wieder anfängt regelmäßig nach seinen Großeltern und entfernten Freunden zu sehen. 
Die ganze Situation um Corona scheint eher ein Social Healing zu sein, als ein Social Distancing. Das Social Distancing hat doch die Jahre vorher viel aktiver statt gefunden. Mobbing und Missbrauch in der Schule, im Büro, im Netz. Gewalt bei Demonstrationen. Machtkämpfe in der Politik, die häufig genug nicht ums Wohl der Bürger gehen. 

Ich wünsche mir, dass, wenn diese Pandemie überwunden ist, die globale Gesellschaft näher zusammengewachsen ist. Ich hoffe, dass nach diesem ganzen Spuk ein Mindset des Miteinanders bleibt  und wir nicht bereits in wenigen Wochen vergessen haben, was Social Distancing wirklich ist. Nämlich eine seelische Entfernung von seinen Mitmenschen, eine Überhöhung des eigenen Selbst und eine mangelnde Bereitschaft sein soziales Umfeld in Wort und Tat zu unterstützen. 

Nun aber genug der ernsten Gedanken. Bleibt gesund und besonnen mit allen anstehenden Lockerungen ab Mai.

Mira

 

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