Das Praktikum an der Schanhollenschule – Teil I

Liebes Tagebuch,

nun ist eine Woche an der Schanhollenschule in Kierspe vorbei und die Zeit verflog total schnell, sodass die zweite Woche schon vor der Tür steht.

Am Montag um 07:30 Uhr trafen sich drei weitere Mitschüler und ich vor dem Lehrerzimmer der Grundschule in Kierspe. Wir bekamen alle verschiedene Klassen zugeteilt und liefen dann mit dem jeweiligen Klassenlehrer zu den Räumen, in denen wir die nächsten drei Wochen verbringen werden. Mir wurde die Klasse 2d zugewiesen.

Ich bekam von dem Lehrer den ich begleiten werde erklärt, wie der Tag ablaufen wird und was im groben meine Aufgaben sein werden. Langsam versammelten sich dann alle Kinder in der Klasse und der Montagmorgen begann mit einem Stuhlkreis, sodass alle einmal, sobald sie den „Redestein“ in der Hand hatten, von ihren Erlebnissen vom Wochenende erzählen konnten. Danach fing die Schreibzeit an. Viele Kinder hatten Verständnisfragen und liefen nach vorne, um sich die Fragen beantworten zu lassen. Jetzt wo ich da bin, schickte der Lehrer alle zu mir, damit ich diese beantworte. Sobald die Fragen beantwortet waren, sollte ich aufstehen und mal herumgehen, damit die Kinder arbeiten und sie auch darauf hinweisen, dass sie arbeiten müssen und nicht so viel quatschen sollen.

Die nächsten Tage verliefen wie der erste Tag. Ich musste Hausaufgaben kontrollieren und ein Stempel drunter setzten, Kinder ermahnen und auseinandersetzen, Fragen beantworten, Kinder trösten und all solche Sachen. In den Pausen, die fast nach jeder Stunde sind, setzen sich meine Freunde und ich zusammen in eine Halle und unterhalten uns über unsere Klassen und nehmen uns eine kleine Auszeit von den Kinder, weil die sich in den Pausen hier nicht aufhalten dürfen.

Am Donnerstag hatten die Kinder dann eine Doppelstunde Kunst und meine Freundin von der Parallelklasse kam dazu und das „Highlight“ dieser Woche war, dass wir diese Stunden alleine verbringen durften, da die Lehrerin wegen einem Termin weg musste. Das war aber keine so leichte Aufgabe, da viele von ihnen nicht arbeiten wollten oder nur am reden waren und dann der Lautstärkepegel sein Maximum erreicht hatte, weshalb wir eine Liste gemacht hatten, wo alle Namen drauf standen und bei drei Strichen würden wir denjenigen hoch zu einem Lehrer schicken, wo der dann Aufgaben machen sollte (was uns die Lehrerin gesagt hatte, falls die Kinder nicht auf uns hören), daraufhin war es so leise, dass man seinen eigenen Herzschlag hören konnte.

Am Freitag waren dann Bundesjugendspiele an der Schule. Ich wurde der Station „Weitsprung“ zugewiesen und sollte da die Weite messen und diese aufschreiben. Das hätte Spaß machen können, wäre es an dem Morgen nur nicht so kalt gewesen, dass man am ganzen Körper gezittert hat, die Hände nicht mehr richtig bewegen konnte und es nicht geregnet hätte.

Alles in allem kann man sagen, dass ich allein in der ersten Woche unfassbar viel gelernt und erlebt habe und falls ich doch mal Grundschullehrerin werden will, ich hiermit eine sehr gute Basis geschaffen habe. Hinzukommt dass die Kinder total süß sind und ich hier richtig gut aufgenommen wurde und man mal in die Rolle eines Lehrers schlüpfen kann. Ich habe sehr stark gemerkt wie sicher ich in meiner Aufgabe als Lehrerin geworden bin und wie schwierig und manchmal wirklich anstrengend dieser Beruf doch sein kann. Allerdings kann ich sagen, dass ich in dieser Woche sehr viel Spaß hatte und noch nie so viel in einer Woche gelacht hatte und mich am Abend davor schon auf den nächsten Tag gefreut habe, weshalb die Woche wie im Flug vergangen ist.

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