Diakonisches Praktikum 2018 Klasse 8c EGM

Praktikumsbericht Politik Klasse 8 Altenheim Wilhelm-Langemann-Haus

„Guten Morgen, es ist 9:30 Uhr und ich bin gerade erst aufgestanden. Um 10:45 Uhr werde ich von meinem besten Freund abgeholt, weil ich zum Handball muss.
Da ist mir doch grade erst eingefallen, dass ich noch den Praktikumsbericht zum Altenheim schreiben muss. Viel Zeit habe ich jetzt nicht gerade, aber ich schaffe das schon. Dann fang ich wohl mal an.“

06.11.2018
Ich stand auf und habe direkt daran gedacht, dass ich heute nach der 2. Stunde mit meiner Gruppe ins Altenheim muss. Ich habe gedacht, es ist bestimmt interessant zu sehen, wie das im Altenheim alles so abläuft. Ich war gespannt darauf und neugierig ebenfalls.
Es ist Ende der 2. Stunde und meine Gruppe und ich gehen los. Dort angekommen war mein erster Eindruck eher positiv. Doch als ich mit zwei Freunden zu drei Damen geschickt wurde, hat sich mein Eindruck schlagartig geändert. Er war nicht mehr so gut wie anfangs, sondern das Gegenteil. Wieso? Ganz einfach deshalb, weil die Damen, mit denen wir „Mensch ärgere dich nicht“ spielen sollten, in einem schlechten gesundheitlichen Zustand waren. Hinzu kommt, dass eine Dame gar keine Lust hatte zu spielen. Die Betreuerin hat es zwar noch geschafft sie zu überreden, doch nach ein paar Spielzügen sagte sie wieder, dass sie keine Lust hätte und zwar nicht nur keine Lust zum Spielen, sondern allgemein zum Denken. Nachdem sie das sagte war ich geschockt. Manche Leute dort, so hatten zumindest meine Freunde und ich den Eindruck, saßen dort nur noch ihre Zeit ab. Naja, nachdem wir dann die Partie „Mensch ärgere dich nicht“ zu Ende gespielt hatten, war unsere Zeit im Altenheim auch schon vorbei. Wir haben uns dann nochmal alle versammelt und der Betreuerin berichtet, wie es war. Danach sind wir dann in die Schule gegangen und haben den Rest des Tages noch in der Schule verbracht. Als ich nach Hause kam, habe ich meiner Mutter erzählt, was wir gemacht haben.

20.11.2018
Eine Woche später, wieder das Gleiche. Nur, dass ich diesen Morgen nicht gespannt darauf war. Ich hatte überhaupt gar keine Lust dahin zu gehen. Na gut, ich musste mich wohl doch damit abfinden. Ich hatte sowieso keine andere Wahl. Mal wieder die zweite Stunde und ich hatte Kunst. Dort habe ich erst mal mit einem meiner Freunde gesprochen und er hatte genauso wenig Motivation ins Altenheim zu gehen. Nach 60 Minuten Kunst sind wir dann los gegangen. Als wir ankamen, die Gruppen mitgeteilt bekamen und wir etwas vorlesen und danach wieder „Mensch Ärgere dich nicht“ spielen sollten, waren wir uns erstmal nicht einig wer anfängt zu lesen. Irgendwann hat dann einer gesagt (um keinen Streit zu verursachen), dass er beginnt vorzulesen. Nachdem kein anderer wollte, las er ein paar Zeilen, aber dann sind die beiden Zuhörer eingeschlafen. Dies war uns ziemlich unangenehm und deshalb haben wir gewartet bis sie wieder aufwachten. Während wir gewartet haben, ist eine Betreuerin gekommen und hat uns mitgeteilt, dass sie trotz des Schlummers zuhören und wir einfach weiterlesen sollten. Wir haben uns dann mit dem Vorlesen abgewechselt. Ein älterer Mann ist zwischen zeitig aufgewacht und wollte etwas trinken. Bei diesem Erlebnis wurde mir anders, da der Mann, während er das Glas anhob, wieder einschlief. Das führte dazu, dass er es fallen ließ bzw. ausschüttete. Dieses Ereignis war uns fremd, deshalb waren wir für ein paar Sekunden überfordert und wussten nicht was wir machen sollten. Schließlich haben wir eine Köchin nach Tüchern gefragt. Die Köchin ist dann mit uns zu dem Herrn gegangen und hat uns geholfen alles sauber zu machen. Einige Minuten später hat der Mann sehr komische Laute von sich gegeben. Es kam uns so vor als hätte er gar nicht mitbekommen, dass irgendwas passiert ist. Da dies etwas komisch war und wir das überhaupt nicht gewohnt sind, konnten wir uns das Kichern leider nicht verkneifen. Wir haben nur sehr leise gelacht und hofften, dass es niemand gehört hat. Nach einiger Zeit wollte der Mann sich wieder etwas zu trinken machen, doch ich habe es schon kommen sehen, dass er den Inhalt der Flasche nicht ins Glas schüttet. Also haben wir wieder Tücher geholt und alles sauber gemacht. Danach haben wir dann „Mensch ärgere dich nicht“ gespielt.

27.11.2018
„Puh, zum Glück, dass letzte Mal ins Altenheim.“, dachte ich mir als ich am Morgen aufstand. Wieder das Gleiche, es ist Ende der zweiten Stunde und wir (unsere Gruppe) machten uns fertig, um ins Altenheim zu gehen. Als wir das dritte und letzte Mal dort ankamen, wollten wir mal etwas anderes machen. Während die anderen Gruppen Kochen und Malen gingen, sind wir mit einer Bewohnerin im Rollstuhl durch das Haus gefahren. Erstaunlicherweise war dies sehr entspannt. Danach sind wir wieder lesen gegangen. Als ich mit Lesen an der Reihe war, kam eine Betreuerin und hat meine Freunde mitgenommen. Ich habe mir gedacht „Oh Gott jetzt muss ich allein lesen.“, aber dann habe ich mir gesagt, dass ich sowieso nicht mehr viele Seiten zum Lesen habe. Nachdem ich dann zu Ende gelesen hatte, bin ich eine Etage tiefer zu meinen Freunden gegangen. Sie haben auch gelesen. Als wir noch eine Geschichte vorgelesen haben, ist eine Betreuerin gekommen und hat uns ein Tablet gebracht. Mit diesem haben wir dann ein Geräusch-Quiz gespielt. Bei diesem Quiz war immer eine Dame die erste, die das richtige Wort gesagt hat. Als wir zu Ende gespielt haben, versammelten wir uns nochmal und sind dann zusammen zurück zur Schule gegangen.

Fazit:
Ich werde niemals jemanden aus meiner Familie dort hineinschicken. Ich glaube damit ist meine Meinung dazu schon gesagt.
Für die, die das nicht nachvollziehen können:
Dort riecht es streng (und zwar nicht nach Desinfektionsmittel). Die Bewohner dort warten meiner Meinung nach nur darauf, dass es sie nicht mehr gibt, also auf den Tot. Die Leute, die dort sitzen, tuen mir wirklich leid. Hinzu kommt, dass es dort wegen eines Umbaus VIEL zu laut ist. Den Leuten, die meine Meinung immer noch nicht verstehen können, kann ich nur empfehlen, auch mal ein Praktikum dort zu machen.

Finian Banse, Klasse 8c, Ev. Gymnasium Meinerzhagen

Schreibe einen Kommentar