“Diakonisches Praktikum”, oder auch “Dreieinhalb Wochen Lehren und Helfen im tansanianischen Busch” Teil 3

„Skamo mfunza“ – „Guten Tag Lehrer“, mit diesen Worten wurde ich in den letzten anderthalb Wochen meines DPs begrüßt. Die „Happy Bricks School Lukwambe“ hatte endlich geöffnet und ich durfte als Lehrer arbeiten.

Die Happy Bricks School Lukwambe

Insgesamt gab es ungefähr 100 Kinder -Jungen und Mädchen- die an der Schule angemeldet waren. Davon kamen meistens um die 60 an einem Tag. Der Rest? Der war zu Hause. Wenn sie nicht grade in der Schule sind helfen in Tansania die Kinder grade in den ländlichen Regionen zu Hause bei allem möglichem und grade bei Familien, die von der Feldarbeit leben, wie die Familien der Umgebung, gab es einiges zu tun. Oft wurde diese Arbeit von Seiten der Eltern auch über den Schulbesuch gestellt. Aus diesem Grund waren nie alle Kinder da.

Alterstechnisch lagen die Schüler zwischen 8 und 18 Jahren. Aufgeteilt waren sie meistens in fünf Klassen, das hat sich aber auch manchmal geändert. Lehrer gab es zwei, den Schulleiter und einen anderen Lehrer, wobei der Schulleiter nicht immer selbst an der Schule war. Mit Kai und mir waren wir sogar bei vier Lehrern gesamt, jedoch haben wir beide immer zusammen unterrichtet.

 

Vielleicht fällt hier dem ein oder anderem was auf. Der Schulleiter war nicht immer da und Kai und ich haben zusammen unterrichtet, also gab es praktisch zwei „Lehrergruppen“, die Klassenzahl lag aber bei fünf. Das erklärt sich durch das System nach dem gelehrt wurde. Die jüngsten Schüler, also ungefähr die 8 bis 10jährigen, hatten nur vormittags Unterricht und haben nachmittags gespielt. Diesen Unterricht hatten sie bei uns beiden. Damit blieb noch ein Lehrer für vier Klassen. Das wurde gehandhabt indem die Klasse meistens eine Aufgabe bekam, die sie machten während der Lehrer in den anderen Klassen war. Diese Aufgabe wurde am Ende vom Lehrer kontrolliert.

Was habt ihr jetzt überhaupt gelehrt? Wie bereits erwähnt hatten Kai und ich vormittags (900 – 1200 Uhr) immer die jüngste Klasse. Mit diesen haben wir meistens Buchstaben geübt, wie man sie ausspricht und wie man sie schreibt. Einmal aber auch zum Beispiel die Zahlen auf Englisch. Außerdem haben wir oft mit den Kindern gespielt. Es gab keine festen Pausenzeiten, also sollten und haben wir mit den Kindern Pause gemacht, sobald die Aufgaben fertig waren und die Konzentration nachließ.

Hier haben wir vormittags unterichtet

Am Nachmittag (1200 – 1400Uhr) waren wir in einer der älteren Klassen. Die Kinder dort waren ungefähr zwischen 10 und 15 Jahren alt. Dort haben wir einfaches Englisch, wie Körperteile oder this/that/these/those, beigebracht. Außerdem wurde uns gerne vorher einfaches Kiswahili beigebracht. Meistens nach dem Prinzip, dass die Kinder z.B. eine Begrüßung auf Englisch beigebracht bekamen und wir auf Kiswahili.

Abschlussfoto mit einem Teil der Schülern

Einer der größten Problematiken beim Lehren lag in der Verständigung. Kai und ich sprachen wenige Worte Kiswahili und die Kinder kaum Englisch. Das meiste beruhte auf dem Prinzip Vorsprechen-Nachsprechen. Ansonsten haben wir uns von einem der Kinder die schon besser Englisch sprachen einzelne Wörter zur Erklärung übersetzten lassen.

 

Was ich für mich als Ergebnis dieses DPs sehe, ist der Unterschied zwischen unseren westlichen Ländern in Europa und z.B. Tansania. Dass es einen gibt werde ich niemandem erklären müssen. Auch dass er unter anderem darin liegt, dass wir hier einiges mehr an Standards haben was Bildung, Infrastruktur… und praktisch auch alles andere anbelangt wird nicht groß überraschen. Allerdings gab es eine Sache in dieser ländlichen Gegend sehr selten: Armut. Es waren zwar fast immer einfache Verhältnisse, aber jeder schien genug zu haben. Zwar oft nicht viel mehr, aber auch nicht weniger. Und sie waren zufrieden. Klar ist das Leben dort nicht perfekt gewesen und den Menschen ging es auch mal schlecht, aber die Grundstimmung war immer eine zufriedene. Es ging den Leuten nämlich oft nicht um Reichtum oder ähnliches sondern um die Familie, Freunde und andere.

Das wird, finde ich, gut dargestellt durch die tansanianische Flagge. In der Mitte der Fahne und auch als wichtigstes verläuft ein schwarzer Balken. Dieser steht für die Bewohner Tansanias. Und wie mir erklärt wurde sein die Leute das wichtigste und ständen deshalb in der Mitte.

 

18.07.2017

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