Praktikum im Wohnheim für Menschen mit Behinderung (Teil 1)

Vor dem Praktikum habe ich mich gefragt, welche diakonische Arbeit ich gerne mal kennen lernen möchte. Kindergarten? Das fand ich zu normal. Grundschule? Auch nicht so wirklich das Richtige. Was ist also diakonisch und gleichzeitig etwas Neues? Eine neue Erfahrung, die man einmal machen sollte? Bei meiner Suche bin ich auf die Arbeit mit Menschen mit Behinderung gestoßen. Für mich stand aber ganz klar fest, ich möchte mich mit den Menschen unterhalten können und ihre Sicht kennenlernen. Das Johanneswerk in Lüdenscheid war dafür genau die richtige Anlaufstelle. Bewerbung habe ich also losgeschickt und die Bestätigung erhalten. Ich wurde dem Wohnheim zugewiesen und wusste nicht was mich dort erwarten würde. Viele denken, dass Menschen, die eine Behinderung haben, dauerhafte Betreuung und Pflege benötigen. Und ehrlich gesagt war das auch mein erster Gedanke. Doch nach dem kennenlernen wurde ich sofort vom Gegenteil überzeugt.

Das Wohnheim ist insgesamt in 3 Stockwerke unterteilt. Es wohnen 10 Leute in dem Haus, aufgeteilt auf die drei Wohnungen. Jede Person, die da wohnt, ist anders. Alle sind unterschiedlich, doch eins haben sie gemeinsam. Sie sind sehr selbstständig. Die meisten gehen arbeiten, gehen in den meisten Fällen allein einkaufen und meistern den Alltag mit wenig Hilfe. Was meine Aufgabe ist? Es ist so ein wenig, als ob man einfach bei den Menschen zu Besuch ist. Man unterhält sich mit ihnen, spielt Spiele und hilft ihnen ab und zu im Haushalt. Natürlich brauchen die einen mehr Hilfe als die anderen, aber wir sind ja auch nicht alle gleich. Die Behinderungen unterscheiden sich auch in den meisten Fällen. Der eine ist Autist, der andere hat Down-Syndrom. Manche haben als kleines Kind nicht genug Sauerstoffzufuhr ins Gehirn bekommen und davon bleibende Schäden erhalten. Aber egal welches Päckchen sie zu tragen haben, sie sind alles super freundlich und interessieren sich für dich. Sie erkundigen sich wie es dir geht und fragen nach deinem Leben.

Für meine restliche Praktikumszeit erhoffe ich mir, mehr über das Leben der Menschen zu erfahren. Sie besser kennen lernen zu dürfen und auch die Arbeit besser zu verstehen.

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